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Zahnpasta ohne Fluorid

Zahnpasta ohne FluoridFluorid in der Zahnpasta ist heftig umstritten. Zwar betonen die meisten Zahnärzte, dass Fluorid in Zahnpasta eine optimale Kariesprophylaxe darstelle und angeblich die Kariesfälle um 40 Prozent verringere. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die vor erheblichen Gesundheitsrisiken warnen, die Fluorid verursachen kann.

Fluorid-Problematik

In der anfänglichen Fluorid-Euphorie der fünfziger bis sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatte man in vielen Ländern mit der Fluoridierung des Trinkwassers begonnen. Diese wurde jedoch größtenteils inzwischen wieder eingestellt, nachdem man erkannt hatte, dass Fluorid zwar in sehr geringer Dosis für die Zahngesundheit vorteilhaft, eine überhöhte Dosis jedoch gesundheitsschädlich ist.

Zu hoch dosiert wirkt Fluorid wie ein Nervengift, welches sogar die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen vermag und das Gehirn schädigen kann. Ebenso vermag es Zähne und Knochen zu verspröden und zu verhärten, im Stoffwechsel lebenswichtige Enzym- und Coenzym-Funktionen zu blockieren wie unter vielen anderen die Cytochrom-c-Peroxidase, das wichtigste körpereigene Radikalfänger-System, das wir kennen. Darüberhinaus ist es imstande, Chromosomen-Veränderungen auszulösen, die zu Knochenkrebs führen und sich negativ auf Zirbeldrüse und Schilddrüse auszuwirken. Selbst durch die Kariesprophylaxe zerstört es die Mundflora und greift die Mundschleimhaut an. Generell gilt Fluorid im Körper als Kumulationsgift, das sich anreichert.

Die hier keinesfalls vollständig wiedergegebene Liste von vermutlichen Negativauswirkungen oral aufgenommener Fluoride stellt zum gegenwärtigen Wissensstand überwiegend eine Verdachtsliste von Einzelbobachtungen und -studien dar, die jedoch ernst genommen werden sollten. Immerhin gibt es eine Menge Argumente, die dafür sprechen, dass anorganisch gebundene Fluoride möglicherweise nie völlig unschädlich sind, auch in kleineren Mengen nicht. Zudem ist das Problem der dauerhaften täglichen Belastung mit Fluoriden nicht wirklich wissenschaftlich untersucht. Ja, leider muss man sagen, dass es bis jetzt noch keine Studien gibt, die glaubhaft belegen, dass eine kontinuierliche Fluoridzufuhr überhaupt nicht schadet.

Zahnpasta ohne Fluorid ja oder nein?

Stellt man sich die Frage, ob der menschliche Körper Fluorid überhaupt benötigt, so muss die Antwort nein lauten. Führt man dem Körper keinerlei Fluorid zu (was jedoch nicht möglich ist, da Trinkwasser und Lebensmittel natürlicherweise schon solches enthalten), passiert überhaupt nichts – das haben zumindest Experimente mit Mäusen ergeben. Fluorid ist kein essenzielles Spurenelement, d.h. es ist zum Überleben nicht notwendig. Insofern kennt der menschliche Körper auch nicht so etwas wie einen „Fluoridmangel“.

Karies ist, genau betrachtet, keine „Fluoridmangelerscheinung“, sondern eine von Bakterien hervorgerufene Zahnerkrankung, die durch Fluorid positiv beeinflusst bzw. präventiv vermieden werden kann. Sie wird jedoch nicht durch das Fehlen von Fluorid verursacht. Auch gibt es keinerlei Anhaltspunkte für klinische Symptome, die durch Fluoridmangel hervorgerufen würden.

Verzichtet man auf Fluorid, droht dem Organismus keine Gefahr. Man verzichtet dabei lediglich auf die protektive Präventionswirkung bezüglich Karies. Karies hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab. Bei ausreichender Pflege und vernünftiger Ernährung können Zähne auch durchaus ohne Fluorid ein ganzes Menschenleben lang gesund bleiben. So gesehen kann man auch getrost eine Zahnpasta ohne Fluorid verwenden und auf fluoridierte Produkte völlig verzichten, da sie für den Körper nicht lebensnotwendig sind.

Fluoriddosis bei Kindern

Was man jedenfalls sicher behaupten kann ist, dass der Spielraum zwischen nützlicher und giftiger Dosis bei den Fluoriden sehr gering ist. Vor allem für kleine Kinder bis zum 6. Lebensjahr ist es äußerst schwierig, eine genaue Dosis zu benennen, die sie zwecks Kariesprophylaxe über fluoridierte Zahnpasta aufnehmen dürfen ohne gesundheitliche Schäden davon zu tragen.

Um beispielsweise zu vermeiden, dass Kinder unkontrolliert Fluorid aufnehmen, ist es sinnvoll, diesen erst ab dem 6. Lebensjahr eine Zahncreme mit 1.100-1.500 ppm Fluorid zu verabreichen, wenn sie diese nicht mehr schlucken, sondern sicher ausspülen. Vorher kann man stattdessen Zahnpasta ohne Fluorid wie beispielsweise Ajona, Weleda, Lavera u.ä. verwenden. Eine gute Zahnpflege, kombiniert mit nur wenig Genuss klebriger Süßigkeiten und Snacks (also keine ununterbrochene Kohlehydratzufuhr) sollten ansonsten ausreichen.

Kariesprophylaxe ohne Fluorid

Dass die Fluoridierung ein effizienter Weg der Kariesprophylaxe darstellt, soll keinesfalls bestritten werden. Dass es jedoch auch möglich ist, eine wirkungsvolle Kariesprävention ohne Verwendung von Fluoriden zu betreiben, ist leider noch zu wenig bekannt.

Grundsätzlich lässt sich Karies mittels ausgewogener Ernährung, kombiniert mit guter Mundhygiene, ebenfalls vermeiden. Nach dem Verzehr zuckerhaltiger und kohlehydratreicher Lebensmittel sollte man grundsätzlich immer die Zähne putzen. Dies muss jedoch nicht mit einer herkömmlichen, sondern kann durchaus auch mit einer Zahnpasta ohne Fluorid oder, alternativ, mit einem Zahnpulver, welches man sich aus natürlichen und mineralischen Bestandteilen leicht selbst mischen kann, erfolgen.

Xylitol statt Fluorid

Eine sehr gesunde und natürliche Alternative stellt Xylitol statt Fluorid in Zahncremes dar. Xylitol, auch Birkenzucker genannt, da es aus Birkenblättern hergestellt wird, ist ein körpereigener Zucker, welcher – im Gegensatz zu Glucose und Fructose –
von potenziell kariogenen Mikroorganismen im Mundraum, insbesondere Streptococcus mutans, nicht verstoffwechselt werden kann.

Durch die Verwendung von Xylit wird den kariesauslösenden Bakterien im Mund die Nahrungsgrundlage entzogen. Sie sterben ab – jedoch ohne dass, wie bei Fluorid, andere körpereigene Zellen dabei ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen würden. Dadurch wird auch verhindert, dass sich diese als Plaquebakterien auf der Zahnoberfläche festsetzen können. Diese Art der Kariesprophylaxe ist ohne jegliche Nebenwirkungen, da – soweit bisher bekannt – Xylitol selbst in höheren Dosierungen keine toxischen Auswirkungen hat. Allerdings ist es teurer als Fluoride.

Neben der Kariesprophylaxe regt Xylitol zudem die Speichelproduktion an und fördert damit die Bildung von Komplexen aus Calcium und Speicheleiweißen, die eine Remineralisation von Zahnhartsubstanz bewirken. Die optimale Xylitoldosis dürfte zwischen 5 und 10 Gramm pro Tag, auf mehrere Portionen verteilt, liegen. Ob diese Menge mittels Zahnpasta, Kaugummi oder Lutschpastillen aufgenommen wird, ist letztendlich egal.

Kariespräventive Ernährung

Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dafür, dass es möglich ist, die zahnschädigende Aktivität des wichtigsten Kariesbakteriums Streptococcus mutans auch durch entsprechende Ernährung so weit zu drosseln, dass Karies fast nicht mehr auftreten kann. Hierzu muss man ein paar Regeln befolgen:

auf Kristallzucker (auch versteckte Zucker) weitgehend verzichten und stattdessen Zuckerersatzstoffe wie Xylit/Xylitol, Maltit/Maltol, Lactit/Lactiol, Sorbit/Sorbitol oder Isomalt verwenden
stärkehaltige Nahrungsmittel wie Mehl und Kartoffeln weitgehend meiden
säurehaltige Getränke (Fruchtstsäfte, Schorlen) und säurehaltige Früchte stark reduzieren
auf kalziumreiche Ernährung achten: Milchprodukte, insbesondere probiotische, sowie Käse

Zahnpasta ohne Fluorid

Viele bekannte Naturkosmetik-Hersteller, wie beispielsweise Weleda, Logona oder Lavera, bieten schon seit längerem Alternativen zu fluoridhaltigen Zahncremes an. Sie setzen dabei vor allem auf natürliche Mineralien und Pflanzenextrakte. Daneben gibt es konventionelle Zahnpastas ohne Fluorid, von denen manche schon seit Jahrzehnten existieren wie beispielsweise die kleine rote Ajona-Tube, die sich schon seit mehr als einem halben Jahrhundert auf dem Markt behauptet.

Noch relativ neuen Datums ist der Zahnpasta-Zusatzstoff Bio-Repair, bei dem es sich um eine Art künstlichen Zahnschmelz handelt. Bio-Repair stellt eine technische Innovation dar, bei der sich Moleküle aus einer Substanz, die dem natürlichen Zahnschmelz strukturell ähnlich ist, mit der Oberfläche des Zahnschmelzes chemisch verbinden und dabei nanokleine Defekte in den Dentinkanälen beim Zähneputzen verschließen und reparieren. Chemisch gesehen, handelt es sich bei dieser Substanz um Hydroxylapatit in Kombination mit Zinkcarbonat. Biorepair kann nachhaltig vor Erosionen durch Säuren schützen, was Fluorid nicht vermag.

Neben fluoridfreien Zahncremes gibt es auch Zahngels, Zahnputztabletten und – neuerdings – Zahnpflegschäume, die ohne Fluorid angeboten werden. Eine weitere recht intelligente Alternative stellen Zahnpulver dar, die beispielsweise von der Firma Maienfelser-Naturkosmetik vertrieben werden. Diese Pulver gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Zahnpulver Pfefferminz und Zahnpulver Zitrone.

Im folgenden finden Sie eine Liste der derzeit in Deutschland auf dem Markt befindlichen Zahnpastas ohne Fluorid, fluoridfreie Zahngels, fluoridfreie Zahnputztabletten, fluoridfreie Zahnpflegeschäume und Zahnpulver. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zahnpasta ohne Fluorid und andere fluoridfreie Zahnputzmittel (Liste, alphabetisch geordnet)

Ajona Stomaticum
Aloe Dent Sensitive
Apeiron Kräuterzahncreme
Benecos Zahncreme Fresh Minze
Biodent BasicS von Terra Natura
Biodent Vital ohne Fluorid von Terra Natura
Bioemsan Zahncreme
Biorepair-Zahnpasta
CMD Teebaumöl Zahncreme
Daun Sirih fluoridfrei Zahncreme
Denttabs – Fluoridfreie Zahnputztabletten
Doterra on Guard Natural Whitening Zahncreme
Dr. Hauschka Kinder Sensitiv Zahngel Orange
Dr. Hauschka Zahncremes
Eco Cosmetics Zahncreme
Fitne Solezahngel
Kart Oralcare Zahncremes
Kingfisher Zahncreme
Lavera basic sensitiv Kinder Zahngel Erdbeer-Himbeere
Lavera basic sensitiv Zahncreme
Lavera Zahncreme Mint
Logodent Zahncremes
Maienfelser Zahnpulver Pfefferminz oder Zitrone
Neem Zahnpasta ohne Fluorid
Nenedent Kinderzahncreme ohne Fluorid
Nenedent Ohne Fluorid
Nenedent Baby Zahnpflege
Neobio Fluoridfrei Zahncreme
Nuby CG 18001, Citroganix Lernzahncreme
Nuby LL Natural Lernzahncreme
Parodontax 83941 Classic Zahncreme ohne Fluorid
Pinus Zahncremes
R.O.C.S für Babys und Kinder
R.O.C.S für Erwachsene
Rebaschen-Zahncreme Fluoridfrei
Sante Dental Med Zahncreme
Sante Zahncreme Minze
Splat Aloe Teebaum Mundpflegeschaum
Splat Bergamotte Zahnpflegeschaum
Splat blackwood Whitening Zahnpasta
Splat fluroridfreie Zahncremes
Splat Green Tea Professional Zahnpasta
Splat Ingwer Spezial Zahnpasta
Splat Kinderzahnpasta
Splat Lavendel Zahnpflegeschaum
Splat Livkum Gel
Splat Minze Zahnpflegeschaum
Splat Special Love whitening tooth paste
Splat Ultracomplex Professional Zahnpasta
Splat Zahnpasta Basic
Stevia Bio Dent Vital Zahncreme
Stevia Zahnpasta Basic
Swissdent Crystal Repair & Whitening
Theramed Zahncreme
Weleda 9809 Sole Zahncreme
Weleda Kinder Zahngel
Weleda Pflanzen-Zahngel
Weleda Zahnpasta ohne Fluorid
Yalia Zahncreme Pfefferminze

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